Wenn die Tage kühler werden, wird die körpereigene Immunabwehr vermehrt gefordert und das Krankheitsrisiko steigt, nicht nur für Erwachsene. Vor allem Kinder, die keine Muttermilch mehr bekommen, müssen ihr Immunsystem erst noch stärken und werden deshalb häufiger krank.

Im Herbst werden die Tage kühler. Wir verbringen mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Wie können wir in diesen Tagen die Immunabwehr von Kindern stärken? Insbesonders Kinder, die gerade keine Muttermilch mehr bekommen, müssen ihr Immunsystem erst noch aufbauen und werden daher vielfach auch häufiger krank.

Besondere Hygiene bei Kindern sinnvoll?

Soll ich nun bei Kindern in Haushalt besonders auf die Hygiene achten? Es gibt keinen Grund, auf Nahrungsergänzungsmittel oder teure Medikamente zurückgreifen. Wir können Kindern allein durch Ernährung helfen, ein stabiles Immunsystem aufzubauen. Und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Was tun, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist?

Ist ein Familienmitglied im Haushalt erkrankt, so kann eine erweiterte Hygiene durchaus sinnvoll sein. Doch gibt es keinen Grund, übertrieben eine übermäßige oder grundlose Verwendung von Hygienesprays, Desinfektionstüchern und ähnlichen Produkten, einzusetzen.

Stattdessen ist es sinnvoll, Kinder auch mal im Dreck spielen zu lassen, wenn sie möchten, sowie ihnen das Spielen mit anderen Kindern zu ermöglichen.

Das kindliche Immunsystem braucht eine regelmäßige Stimulation, um entsprechende Antikörper entwickeln zu können. So kann es lernen, seine Aufgaben zu erfüllen. Versucht man jedoch von vorherein alle möglichen Quellen von Keimen auszuschließen, so muss das Immunsystem auf diese Trainingsmöglichkeiten verzichten. Aus diesem Grund kann übertriebene Hygiene sogar schädlich sein für das Kind.

Immunsystem im Wald stärken

Wichtig für die Stärkung des Immunsystems von Kindern ist Bewegung an der frischen Luft. Besonders die Waldluft in Verbindung mit dem Hautreiz der kühlen Tage eignet sich hervorragend dazu, das kindliche Immunsystem zu trainieren.

Doch darf das Kind durch den Kältereiz nicht zu stark auskühlen. Wichtig sind daher Regenbekleidung, wetterfeste Schuhe udn warme Socken. So bleibt das Kind auch bei Schmuddelwetter trocken. Einer Erkältungsgefahr durch kalte und nasse Füße kann auf diese Weise leicht vorgebeugt werden.

Trinken zur Stärkung des Immunsystems

Wenn die Tage kühler werden, haben Kinder natürlich weniger Durstempfinden. Doch gerade jetzt ist Trinken ein wichtiger Faktor. Die Schleimhäuten trocknen in der Heizungsluft stärker aus. Eine zusätzliche Befeuchtung kann jedoch die Keimbelastung im Raum erhöhen.

Gebt den Kindernn regelmäßig Trinkflaschen mit verdünntem Fruchtsaft oder Tee mit und erinnert sie regelmäßig ans Trinken.

Ausreichend Schlaf für ein starkes Immunsystem

Generell sollten Kinder ausreichend Schlaf bekommen. Doch steigt während des Schlafes auch die Anzahl an Abwehrzellen im Blutkreislauf.

Für ein- und zweijährige Kinder sind elf bis zwölf Stunden Schlaf empfehlenswert. Vier- bis Sechsjährige sollten jeden Tag mindestens 10 bis 11 Stunden schlafen.

Ab der Grundschule reichen auch 10 Stunden oder weniger. Achtet auch auf die Raumtemperatur beim Schlafen. Eine Raumtemperatur von ca. 18 Grad Celsius ist ideal.

Immunabwehr mit Kaltwasserreizen stärken

Im Rahmen der Kneipp-Therapie werden Wechselbäder von kalt und warm angewendet. Kaltes Wasser führt zu Reizen, die den Organismus stärken. Für Kinder eignet sich besonders das Wassertreten.

Wichtig ist, dass das Kind zu Beginn warme Füße hat. Danach stapft es im Storchenschritt durch ein Kaltwasserbecken. Dafür eignet sich ein Bachlauf oder auch eine leicht gefüllte Badewanne.

Auch die Eltern können dabei mitmachen und Ihr Immunsystem stärken. Dann macht es auch für die Kleinen mehr Spass. Nach dem Wassertreten das Wasser gleich abstreifen und warme Socken anziehen.

Einen ähnlichen Effekt hat das Saunieren. Hier muss man die Kinder langsam heranführen. Keinesfalls dürfen sie durch die Hitze überfordert werden. Doch solange sie Spass daran haben, spricht nichts gegen einen gemeinsamen Saunabesuch mit dem Eltern. Nach der Sauna sollen alle zuerst an die frische Luft gehen. Die Haut muss nach der Hitze atmen können.

So geht Saunieren mit Kindern

Kleine Kinder sitzen am besten auf dem Schoß der Eltern oder auf dem Arm und dürfen solange wie die Eltern (etwa 8-12 Minuten) schwitzen – vorausgesetzt sie wollen auch.

Nach dem Schwitzen (ca. 8-12 Minuten) und dem Abkühlen an der frischen Luft, die Füße mit kaltem Wasser abbrausen und wieder hineingehen.

Wichtig ist, dass vor allem Kinder während der Abkühlphase nicht frieren dürfen.

Zwei bis drei Saunagänge und ein bis zwei Saunabesuche pro Woche wären ideal, um den maximalen Effekt zur Stärkung des Immunsystems zu erreichen.

Abwehkräfte durch Ernährung stärken

Nicht nur äußere Einflüsse stärken das Immunsystem. Auch von innen lässt sich durch Ernährung vieles erreichen. Besonders bei Kleinkindern wird eine tägliche Dosis Vitamin C von 20-85 Milligramm empfohlen. Dieses sollte idealerweise über die Nahrung zugeführt werden und nicht mit Nahrungsergänzungmittel. Künstliche Vitaminne werden deutlich schlechter vom kindlichen Organismus aufgenommen.

Für eine ausreichende Menge an Vitamin C eignen sich ein bis zwei Äpfel täglich oder ca. 200 Gramm Kartoffeln.

Die Im Holunder (aka Holler) enthaltenen Anthocyane helfen, die meisten Erkältunngsviren abzuwehren. Hollersaft kannst du leicht selbst aus reifen Beerenn kochen oder fertigen Saft aus dem Reformhaus verwenden. Vorbeugend kann täglich ein Glas Hollersaft warm oder kalt getrunken werden.

Doch auch Honig hilft, das Immunsystem zu stärken. Im Honig sind sogenannte Inhibine enthalten, die entzündungshemmend wirken. Flavonoide stärken den Organismus gegen Viren und erhöhen so die Widerstandskraft gegen Erkältungsviren.

Vorsicht besteht bei Säuglingen. Sie haben noch keine vollständig ausgeprägte Darmflora und können Honig daher nicht verarbeiten. Es besteht die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung (Botulismus). Für Kinder unter 12 Monaten sollte daher auf Honig verzichtet werden.

Ingwer regt durch seinen hohen Gehalt an Antioxidantien das (Kinder-)Immunsystem an und kann täglich als Tee getrunken oder kandiert gegessen werden.

Ähnlich bitter wie Ingwer regt Kurkuma die Bildung von eigenen Abwehrzellen an. Da Kurkuma leicht bitter schmeckt, müssen Kinder langsam an den Geschmack gewöhnt werden. Mit Kurkuma kann auch Milch verfeinert werden - goldene Milch: /2020/10/09/kurkuma-goldene-milch-superfood.html

Im Darm befindet sich ein Großteil unseres Immunsystems. Um die nützlichen Bakterien darin zu fördern, brauchst du keine speziellen Drinks wie Actimel zu kaufen. Naturjoghurt reicht für diese Wirkung völlig aus. Auch den kannst du leicht selbst herstellen.

Der rote Sonnenhut oder Echinacea hilft ebenfalls die Abwehrzellen im Blut zu steigern - nicht nur bei Erwachsenen. Für die Anwendung bei Kindern ist darauf zu achten, dass die eingesetzten Präparaten alkoholfrei sind. Eine durchgehende Anwendung sollte nicht länger als zwei Wochen andauern, um eine Gewöhnung zu vermeiden.

Es gibt also viele verschiedene Wege, wie wir die Abwehrkräfte und die Immunabwehr von Kindern stärken können.