Die Kurkuma-Knolle, in geriebener Form Hauptbestandteil von Currypulver, ist eine Heilpflanze mit vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten. Durch ihre entzündungshemmende Wirkung eignet sie sich hervorragend zur Behandlung der meisten Zivilisationskrankheiten.

Kurkuma (Gelbwurz, Gelbwurzel, Curcuma) wird in der traditionellen indischen Medizin seit vielen Jahrhunderten eingesetzt. In Indien und China wird Kurkuma nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilpflanze verwendet. Der gelbe Farbstoff der Pflanze - das Curcumin - beinhaltet den größten Teil der Wirkstoffe der Pflanze.

Die Hauptwirkung von Curcumin ist eine stark antioxidative. Durch die antioxidative Wirkung bekämpft Curcumin erfolgreich freie Radikale im Körper und hilft damit, Entzündungen vorzubeugen. Entzündungen sind die Ursache von umwelst- und altersbezogenen Veränderungen in Zellen und damit der Auslöser vieler anderer Krankheiten - vor allem Erkrankungen des Alters, wie Gelenksschmerzen, Demenz, Parkinson und Alzheimer. Darüber hinaus unterstützt Curumin die Bildung von Magen- und Gallensaft und hilft damit bei der Verdauung.

Wird Curcumin über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder Reizungen des Verdauungstraktes kommen. Eine toxische Wirkung der langfristigen Einnahme von Kurkuma ist nicht bekannt. Dennoch sollten Schwanger und Stillende sowie Menschen, die an Gallensteinen oder Durchfall leiden auf die Einnahme von Kurkuma bzw. Curcumin in größeren Dosen verzichten. Es spricht jedoch nichts gegen einen Verzehr als Gewürz.

Von der europäischen Behörde EFSA wird die tägliche maximale Einnahme von zwei Milligramm Curcumin pro Kilgramm Körpergewicht als Tagesdosis empfohlen. Um keine langfristigen Schädigungen der Leber zu riskieren, sollte auf Dosen über 8 Mg pro Tag verzichtet werden.

Bisherige Experimente bzw. Studien wiesen auf einen erfolgversprechenden Einsatz von Kurkuma bei folgenden Erkrankungen hin:

  • Chemotherapie: In Kombination mit einer Chemotherapie kann Kurkuma die Nebenwirkungen deutlich reduzieren.
  • Verdauungsprobleme: Bei Schwierigkeiten mit der Verdauung kann die Einnahme von Curcumin-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln helfen. Hier sollte eine Dosis von 3 Gramm pro Tag nicht überschritten werden.
  • Reizdarm-Syndrom: Personen, die unter einem Reizdarm-Syndrom leiden zeigten oft eine deutliche Verbesserung der Symptome durch die Einnahme von Kurkuma. Auch andere chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa können in vielen Fällen durch eine Behandlung mit Kurkuma verbessert werden.
  • Demenzerkrankungen: Erkrankungen der Nervenzellen wie Demenz, Alzheimer oder Parkinson, die zu irreparablen Schäden am Gehirn führen, lassen nicht mit Kurkuma zwar nicht rückgängig machen, doch zeigen Studien, dass die Einnahme von Kurkuma durch die entzündungshemmende Wirkung vor dem frühzeitigen Ausbruch dieser Krankheit schützen kann. Forscher vom Institut für Neurowissenschaft und Medizin in Jülich haben in Studien mit Mäusen sogare einen Weg gefunden, diese abgestorbenen Gehirnzellen zu wiederbeleben. Dafür verwendeten die Forscher den, ebenfalls in der Kurkuma-Pflanze enthaltenen, Wirkstoff Turmeron. Dieser Wirkstoff wurde direkt in die Gehirne der Mäuse injeziert und zeigte, dass beschädigte bzw. geschrumpfte Gehirnareale durch diese Behandlung wieder langsam wuchsen. Offensichtlich führte die Verabreichung von Turmeron dazu, dass sich die Zellen wieder selbständig reparieren konnten.
  • Regulierung der Blutfett-Werte: Viele Studien signalisieren eine positive Wirkung von Kurkuma auf die Regulierung von Blutfett-Werten. Hier konnte mit Tierversuchen eine Senkung von Cholesterin und Triglyzeriden nachgewiesen werden. Allerdings konnte diese Wirkung bislang nicht in klinischen Studien am Menschen nachgewiesen werden. Die größte Schwierigkeit dürfte dabei in der Bioverfügbarkeit von Curcumin in seiner natürlichen Form liegen. Diese ist, wie bei anderen Antioxidantien auch, sehr gering. Dies bedeutet, dass ein Großteil des aufgenommenen Kurkumas den Körper ungenutzt wieder verlässt.